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 Aktion Schmetterlingskinder - Infos und Fakten

Was ist Sinn und Zweck der Aktion?

In Deutschland sterben jährlich schätzungsweise mindestens 30.000 Babys während der Schwangerschaft, während der Geburt oder kurz danach. Oft werden diese Kinder viel zu früh geboren und sind darum sehr viel kleiner als “normal” geborene Babys.

Im Schock, der Hektik und der Eile der Situation sehen sich viele betroffene Eltern mit der Situation konfrontiert, keine passende Kleidung für diese Babys zur Verfügung zu haben. Die traurige Wahrheit ist darum, dass jährlich hunderte von stillgeborenen oder zu früh geborenen und kurz nach der Geburt verstorbenen Babys unbekleidet beerdigt werden müssen. Des Weiteren ist der Umgang mit dem Tod eines Babys in vielen deutschen Kliniken noch immer schwierig und weist starken Verbesserungbedarf auf. Dies hat vor allem mit dem Tabu zu tun, welches auf dem Thema “stille Geburt” und “Frühgeburt vor Erreichen der Lebensfähigkeit” zu tun hat. Ferner gibt es für Ärzte, Hebammen und Pflegepersonal nahezu keine klaren Vorgaben oder Leitfäden, an denen diese sich orientieren können, ebenso wenig wie fachgerechte Schulung und Supervision. Oftmals sind also auch die Klinikmitarbeiter hoffnungslos von der Situation überfordert und orientieren sich an eigenen Wertvorstellungen, die aufgrund der Überforderung und des starken Tabu´s, das schon während ihrer Ausbildung auf dem Thema “Tod im Kreißsaal” liegt, oft frappierend weit von einer menschlichen, mitfühlenden und würdevollen Behandlung von Eltern und Kind liegen können.

Dies führt zum einen dazu, dass die Babys unbeschreiblich würdelos behandelt werden können. Die Eltern werden im Schock oftmals völlig alleine gelassen, wichtige Gelegenheiten im Kennenlern- und Abschiedsprozess nicht wahrgenommen. Dies führt oftmals zu schweren psychologischen Folgeerkrankungen der Elternpaare.

In den letzten Jahren hat jedoch ein vorsichtiges Umdenken stattgefunden, welches natürlich immer weiter voran getrieben werden muss. Es zeigt sich, dass ein liebevoller, würdevoller Abschied vom Kind elementar wichtig für den weiteren Trauerweg der betroffenen Eltern ist. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, durch Sensibilisierung und dem Erschaffen eines Bewußtseins in den Kliniken und durch zahlreiche kleine Hilfestellungen einen besseren Umgang mit den betroffenen Eltern und den kleinen, viel zu früh gegangenen Babys zu schaffen. Dazu gehört für uns vor allen Dingen die Bekleidung der kleinen Babys, denn schließlich ist dies das elementare Zeichen der Würde eines Menschen. Unsere Schmetterlingskinder-Abschiedsboxen, die den Kliniken kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, enthalten diese von vielen ehrenamtlichen HelferInnen in liebevoller Einzelarbeit gefertigten und speziell auf die Bedürfnisse der Babys angepasste Sternenkinderkleidung, aber auch zahlreiche Abschiedsaccessoires, die es ermöglichen, einen liebe- und würdevollen Abschied zu gestalten. Durch Schulungsmaterialien versuchen wir, das Klinikpersonal zu unterstützen und zu sensibilisieren. Durch ausführliche Informationsmaterialien helfen wir den Eltern, bereits im Krankenhaus die richtigen Entscheidungen treffen zu können, wir informieren über die Rechte, die ihnen zu stehen, vermitteln gezielt Hilfestellen, Bestattungsunternehmen und Grabstellen vor Ort, begleiten die Eltern im ersten Trauerjahr und geben ihnen mit unserem Trauertelefon und unserem rund um die Uhr erreichbaren Trauerforum eine direkte Hilfe zum Austausch und zur Unterstützung an die Hand.

Wieso ist in den Kliniken eine Kleidung vorhanden?

Kliniken haben keine Kleidung für solch kleine Babys zur Verfügung, denn es gibt auf dem Markt -abgesehen von Puppenkleidung -keinerlei Kleidung für jene Größen zu erwerben, schon gar nicht für Babies, die vor der 23. SSW geboren werden.

Bisher blieb nur Puppenkleidung eine alles andere als attraktive Notlösung. Doch Puppenkleidung ist in Schock und Eile oft nicht zu besorgen und auch nicht im geringsten für die kleinen Babys geeignet.

Die Kliniken haben also keinerlei Möglichkeit, an passende Kleidung zu kommen. Und selbst wenn, so ermöglicht der Etat dies oftmals auch nicht.

Zum anderen fehlt in vielen Kliniken oft auch noch das wirkliche Bewusstsein, wieso ein so kleines Baby bekleidet und würdevoll verabschiedet, die Eltern liebevoll und sorgfältig betreut werden müssen.

Denn nur ein liebevoller, bewusster Abschied ermöglicht es den Eltern, einen gesunden Trauerprozess zu beginnen. Alles, was nicht würdig, sondern lieblos und unschön abläuft, alles was versäumt wird, stellt einen traumatischen Faktor dar. Ohnehin erleben die Eltern ein nicht zu benennendes Trauma. Dieses zu verarbeiten dauert in aller Regel Monate oder sogar Jahre. Je gesünder und liebevoller der Abschied abläuft, desto weniger Probleme ergeben sich in der späteren Verarbeitung des Verlustes.

Dies gilt es einigen Kliniken noch klar zu machen - hierfür ist es für sie vor allem wichtig zu begreifen, dass auch die kleinsten Kinder nicht nur “Spätaborte” oder “Totgeburten” sondern MENSCHEN sind.


Ein Zeichen setzen für die Würde

Wir bekleiden unsere Toten in der Regel immer für ihren letzten Weg. Das gebietet der Anstand und die Würde. Dass wir dies mit unseren kleinen verstorbenen Babys auch tun sollten und wollen, ist mehr als nachvollziehbar.

Es ist ein Zeichen für die Würde, auch die kleinsten Babys zu bekleiden. Es zeigt: DAS HIER SIND KLEINE MENSCHEN - und nicht nur “schiefgegangene” Schwangerschaften oder “missglückte Versuche”, wie wir Sternenkindereltern so oft von außen beschwichtigend (und für uns unendlich verletzend) zu hören bekommen.

Diese kleinen Babys sind schon perfekte kleine Menschlein, selbst wenn sie noch so früh geboren werden. Nichts unterscheidet sie von “normalen” Neugeborenen, bis auf die Größe und manchmal die Farbe ihrer Haut. Ein Kind im Mutterleib ist bereits ab der 12.-14.SSW schon “fix und fertig”, die nächsten 26 Wochen wächst es eigentlich nur und entfaltet und optimiert die Funktionalität seiner Organe, legt an Länge und Gewicht zu, lagert Fett ein.

Gesichtszüge, Finger- und Fussnägel, Härchen - all das ist ab diesem Zeitpunkt meist schon vorhanden! Und für uns Eltern sind diese Kinder so real wie jedes lebende Kind. Wir haben sie in unseren Bäuchen getragen, nach der Geburt in unseren Armen gehalten. Sie sind real und sie verdienen genau dieselbe Würde wie sie jeder Mensch verdient.

Hilfe von Handarbeiterinnen als Basis der Aktion

Es sind hunderte von ehrenamtlichen Helferinnen, die in ganz Deutschland die Kleidungsstücke und Abschiedsaccessoires für die Klinikboxen fertigen und an die zentrale Sammelstelle schicken.

Dort werden die Boxen zusammengestellt und kostenfrei an die Kliniken geliefert, welche diese in aller Regel selbst bestellen oder von seiten der Initiative auf das Angebot hingewiesen werden.

Nur durch die zahlreiche Hilfe von hunderten von Frauen, die in liebevoller Handarbeit die Kleidung und Accessoires fertigen, ist unsere Aktion überhaupt möglich!

 

Ehrenamt

Die organisatorische Arbeit der Aktion Schmetterlingskinder basiert fast vollständig auf ehrenamtlicher Arbeit und wird in privat zur Verfügung gestellten Räumen im Rahmen einer Vollzeitstelle geleistet. Da alle Arbeiten neben Beruf und Alltag verrichtet werden müssen, kann es zur Verzögerung beim Beantworten von Anfragen usw. kommen. Wir bitten hierfür um Verständnis.

 

Die Entstehungsgeschichte

Im Jahr 2008 verloren Markus und Daniela Deuser ihren Sohn Colin Joshua im 6. Schwangerschaftsmonat durch eine Frühgeburt. Er starb wenige Stunden nach seiner Geburt.
Da er noch sehr klein war, hatten die Eltern keine Kleidung für ihren verstorbenen kleinen Sohn zur Hand. Die bereits gekauften Babystrampler waren viel zu groß, die Klinik selbst konnte nur durch eine auf Nachfrage hin von der Frühchenstation besorgte Strickmütze aushelfen.

Doch diese bekleidete das kleine Baby nicht ausreichend. In letzter Sekunde fand sich in der Verwandtschaft ein Puppenkleidchen - das durchsichtig und mit Rüschen verziert war und so gar nicht das, was man sich als Mutter und Vater für das verstorbene Kind wünscht. Die Tatsache, dass ihr Sohn fast unbekleidet beerdigt worden war, ging den Eltern lange nicht aus dem Kopf.

Dieser Umstand wurde im Trauerforum “Schmetterlingskinder” im Portal von Frauenworte.de zur Sprache gebracht und Daniela Deuser stellte fest, dass noch viele andere Sternenkindermütter und -väter dieselben schmerzlichen Erfahrungen gemacht hatten, über die sie nicht hinweg kommen konnten. Es entstand die Idee, diesen Umstand zu ändern und gemeinsam Kleidung für die kleinen Babys zu fertigen und den Kliniken kostenlos anzubieten.

In Michaela Muno, die ihre Tochter Angelina Joel im Jahr 2005 im 5. Schwangerschaftsmonat still geboren hatte und einen unglaublich würdelosen Umgang seitens der Klinik mit ihr und dem verstorbenen Kind - ihre Tochter war ihr lieblos und nackt in einer Spuckschale gebracht worden, nachdem sie das Kind alleine und ohne jede geburtshilflliche Begleitung auf der gynäkologischen Station des Krankenhauses nur in Anwesenheit ihres Mannes hatte gebären müssen ! - fand sich eine engagierte Mitstreiterin.

Gemeinsam schafften Daniela Deuser und Michaela Muno in Zusammenarbeit mit dem Verein Frauenworte e.V. innerhalb kürzester Zeit ein gut strukturiertes Projekt, das sich die “Klinikaktion der Schmetterlingskinder” - da es seine Anfänge im Trauerforum “Schmetterlingskinder” gefunden hatte und so ein Teil der Initiative Schmetterlingskinder geworden war - nannte.

Man brachte das Ansinnen in zahlreichen Handarbeitsforen zur Sprache und berührend schnell sprach sich die Thematik in Handarbeiterinnen-Kreisen herum. Es fanden sich zahlreiche Frauen, oft nicht einmal selbst betroffen, die befanden, dass sich an diesem würdelosen Umstand, den man niemals in unserem doch eigentlich so fortschrittlichen und aufgeklärten Land vermutet hätte, etwas ändern müsse und den Eltern, die ohnehin genug Leid zu tragen hatten, viel mehr Hilfe, den Kindern die eigentlich selbstverständliche Würde zukommen solle.

Innerhalb des ersten Jahres entwickelte sich das Projekt zu einem gut durch strukturierten, gut durchdachten bundesweiten Projekt und konnte bereits im ersten Jahr mehr als 30 Kliniken kostenfrei mit Boxen für den Abschied versorgen, deren Inhalt fortlaufend in enger Zusammenarbeit mit Hebammen, Ärzten und betroffenen Eltern optimiert wurde und bis heute wird.

In den Kliniken findet derweil ein merkliches Umdenken statt. Vielen Hebammen hilft es, den Abschied vom Kind würdevoll gestalten, den Eltern “greifbare Hilfe” an die Hand geben zu können. Durch das Bekleiden der kleinsten Babys wird deutlich gemacht, dass es sich hierbei um MENSCHEN handelt. Somit wird auch die Reichweite des Verlustes klarer. Der würdevollere Abschied hilft den Eltern, wertvolle Erinnerungen und Eindrücke für den Rest ihres Lebens zu sammeln, so dass sie den harten Schicksalsschlag nach und nach verarbeiten und in ihr Leben integrieren können.

Die Aktion Schmetterlingskinder ist stolz auf das, was sich in den letzten Jahren bewegt hat. Doch noch immer ist sehr, sehr viel zu tun!

Noch immer gibt es Kliniken, die unser kostenfreies Angebot ablehnen, da sie es für “unnötig” halten, die Kinder würdevoll zu verabschieden. Noch immer ist es in schätzungweise mehr als 80 % der deutschen Kliniken gängig, Frauen ihre verstorbenen Babys bis zum 6. Monat nahezu ohne jede Geburtshilfe auf gyn. Stationen gebären zu lassen. Noch immer verlassen viel zu viele Eltern die Kliniken hochgradig traumatisiert, werden viel zu viele kleine Babys zu würdelos behandelt.

Wir danken allen, die bereits so viel “Bewegung” mit ermöglicht haben und werden auch in Zukunft natürlich dafür kämpfen, dass den Sternenkindern die nötige Würde, den Eltern der Sternenkinder die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zukommt.

 

 

Die Projektleitung sagt DANKE an:

- Frau Michaela Muno, denn ohne sie wäre das Projekt nie aus den Kinderschuhen heraus gewachsen. Frau Muno schied 2010 aus familiären Gründen aus der aktiven Projektarbeit aus.
- Frau Petra Bingen für ihre dreijährige Hilfe im Bereich der Projektorganisation. Frau Bingen schied aus privaten Gründen 2013 aus der Projektarbeit aus.
- Frau Birgit Zart, die uns ermutigte, aus einem Gedanken eine Vision und später eine Realität werden zu lassen
- Frau Christine Rosenwald, in Gedenken an eine wunderbare Frau, die als Vorstandsfrau immer so viel Zeit und Herzblut für das Projekt aufbrachte.
- Frau Monika Liebner, die bis heute neben Familie, Beruf und Alltag alles Herzblut in dieses und ihr eigenes Projekt Schmetterlingskinder hinein steckt und so vielen Familien damit geholfen hat.
- Frau Simone Finck für ihre dauerhafte Unterstützung im Vorstand.
- Frau Heinke Zart für ihre dauerhafte und liebevolle Unterstützung im Vorstand.
- Frau Bettina Hülsmann für Ihre kompetente, herzliche und liebevolle, niemals müde werdende Arbeit im Trauertelefon.
- Unseren Familien, die uns bei all dem unterstützen.
. Jeder Ärztin, jedem Arzt, jedem Pfleger, jeder Schwester, jeder Hebamme, die sich unserem Projekt aufgeschlossen zeigt und die Eltern in ihrer schweren Situation NICHT alleine lassen möchte.
- Unseren kooperierenden Bestattern, die so viel für die Kinder und Eltern tun.
- All denen, die sich im Themenbereich engagieren, ob durch Selbsthilfegruppen, Aufklärungsarbeit, Trauerbegleitung oder oder oder...
- Und natürlich all unseren Handarbeiterinnen und Spendern!!!!

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Frauenworte e.V. ~ Raiffeisenbank Main-Spessart ~ Kontonr./IBAN 6200559 / DE24 7906 9150 0006 2005 59 ~ BLZ 79069150 / BIC GENODEF1GEM ~ Betreff: Aktion Schmetterlingskindert ~ Auch kleine Geldbeträge und Sachspenden helfen uns! ---
Kontakt: info@klinikaktion.de
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